Expertengespräch zum Thema muslimische Wohlfahrtspflege

Gelebte Pluralität muss sich auch in den Strukturen unseres Gemeinwesens in NRW widerspiegeln. Deshalb setzt sich die LAG Musliminnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW für die strukturelle Verankerung und Weiterentwicklung einer muslimischen Wohlfahrtspflege ein.

Eine inklusive und solidarische Gesellschaft muss allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen – unabhängig von Herkunft oder Religion. Die etablierte Wohlfahrtslandschaft mit ihren Trägern wie der Diakonie, der Caritas oder dem Paritätischen ist ein unverzichtbares Rückgrat des sozialen Zusammenhalts. Die muslimische Wohlfahrtspflege gehört dazu: Muslimische Communities verfügen über ein großes Potenzial an bürgerschaftlichem Engagement und eigene soziale Netzwerke, die jedoch bislang kaum in die institutionalisierte Wohlfahrtspflege eingebunden sind. Eine muslimische Wohlfahrtspflege könnte hier eine entscheidende Brückenfunktion einnehmen. Sie würde Zugänge erleichtern, Angebote diversitätssensibel weiterentwickeln, Integration und Teilhabe stärken sowie Engagementpotenziale heben. Die strukturelle Verankerung einer muslimischen Wohlfahrtspflege ist daher kein Selbstzweck. Sie ist ein notwendiger Schritt hin zu einer zukunftsfesten, gerechteren und vielfaltsbewussten Soziallandschaft in NRW.

Um diesen wichtigen Handlungsansatz voranzutreiben, haben wir bereits ein erstes Positionspapier erarbeitet, das im März 2026 mit ausgewiesenen Expert*innen, die über langjährige Erfahrungen und fundierte Kenntnisse in den Bereichen soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft und muslimische Wohlfahrtspflege verfügen, erörtert wird. Die Erkenntnisse und Impulse aus diesem Gespräch werden unmittelbar in die Überarbeitung und Schärfung unseres Positionspapiers einfließen. Dieses finalisierte Papier soll dann als Grundlage für unsere politische Arbeit dienen, eine fundierte Basis für die landespolitische Diskussion schaffen und konkrete Impulse für eine inklusive und diversitätssensible Weiterentwicklung der Wohlfahrtspflege in NRW geben.