Die Landesarbeitsgemeinschaft Muslim*innen NRW hat in Gelsenkirchen zu einem schwierigen, aber notwendigen Thema eingeladen: „Religiöser Fundamentalismus und Extremismus – eine Gefahr für Demokratie und Gesellschaft“. Im Mittelpunkt stand ein offener, kritischer und respektvoller Austausch darüber, wie sich Extremismus wirksam begegnen lässt, ohne Religion oder ganze Gemeinschaften unter Generalverdacht zu stellen.
Kein Generalverdacht, sondern genauer Blick
Wer Extremismus wirksam begegnen will, muss zwischen gelebtem Glauben und seiner ideologischen Vereinnahmung trennen können. Extremistische Akteure, gleich welcher Religion oder Weltanschauung, berufen sich auf Glaubensinhalte, um Hass zu säen, Menschen auszugrenzen und demokratiefeindliche Weltbilder zu legitimieren. Diese Instrumentalisierung ist keine Frage der Konfession, sondern eine Frage der Haltung gegenüber Pluralität, Freiheit und Menschenwürde. Ein pauschaler Verdacht gegenüber Gläubigen verfehlt dieses Ziel doppelt: Er trifft die Falschen und spielt denen in die Hände, die von Misstrauen und Spaltung leben.
Zentrale Fragen der Diskussion
Sabine Yündem, Co-Sprechering der LAG Muslim*innen und Modertorin des Abend, führte anhand folgender Leitfragen durch den Austausch:
- Wann wird aus festem Glauben gefährlicher Fundamentalismus?
- Warum sprechen extremistische Influencer besonders junge Menschen an?
- Wie erkennen Eltern, Lehrkräfte oder Freund*innen eine Radikalisierung frühzeitig?
- Welche Rolle spielen Moscheen, Kirchen, Familien und Seelsorge in der Prävention?
- Wie kann Extremismus bekämpft werden, ohne ganze Communities unter Generalverdacht zu stellen?
Prävention gelingt nur gemeinsam
Als Ergebnis des Abends hielt die LAG fest: Wirksame Prävention braucht Vertrauen statt Vorurteile, Bildung statt Angst und starke Partner vor Ort. Religiöse Gemeinden, Familien, Schulen, Seelsorge und Zivilgesellschaft tragen hier gemeinsam Verantwortung. Nur im Zusammenspiel lassen sich Warnsignale früh erkennen und junge Menschen wirksam stärken.
Dank
Ein herzlicher Dank gilt den Co-Sprecher der LAG Muslim*innen und Landtagskandidaten Samy Charchira sowie dem Referenten Darjusch Bartsch für ihre fachlichen Impulse. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden, die sich offen, kritisch und respektvoll in die Diskussion eingebracht haben. Solche Gespräche sind wichtig – für eine starke Demokratie und ein friedliches Miteinander.